Zwei Geheimnisse

Geheimnis 1: Falls Sie sich wundern, dass Sie hier nichts über die Beschlüsse des Wirtschaftausschusses (WA) vom 30.6.2017 lesen können, das liegt daran, dass wir auch nichts wissen.
Der WA tagt so vertraulich, dass auch die Betroffenen nicht informiert werden. Die Verwaltung will uns frühestens Ende Juli informiert.

Übrigens die Vorgespräche zu den Hauhaltsberatungen haben in den meisten Fraktionen schon begonnen. Beim Haushalt geht es auch um Ausgaben für das Garnisonsschützenhaus.

Geheimnis 2: Die Verwaltung weigert sich auch uns mitzuteilen, weshalb das Garnisonsschützenhaus verpackt ist.

Auf den Spuren von Christo

Das Garnisons-schützenhaus wird verhüllt. Ein Lattenzaum steht vor dem Haus und große Teile der Fassade sind mit Maschendrahtzaun verkleidet.

Liebevoll sind die Wetterfahne und die Uhr eingehüllt. Die Uhr wurde dabei verstellt, sie zeigt jetzt 5 vor 12 (!) oder 10 nach 12.
Eher 5 vor 12, denn am 30.06.2017 befasst sich der Wirtschaftsausschuss wieder mit dem Ensemble.

Das Kunstwerk ist noch nicht fertig. Vor dem Haus liegen noch Hölzer. Das Wachhaus und der Schuppen wollen auch noch verhüllt werden.

Warum das Ganze? Einen ersichtlichen Grund gibt es nicht. Die Gebäude stehen zwar seit 2009 leer, sind aber bis auf einige Schwachstellen in ziemlich guten Zustand. Das Liegenschaftsamt kümmert sich im Übrigen regelmäßig um die Gebäude und die zahlreichen Spaziergänger melden sich bei der Stadt, wenn ihnen etwas auffällt.

Garnisonsschützenhaus im Ortsgespräch von degerloch.info

Bericht über das Garnisonsschützenhaus in degerloch.info

Lesen Sie weiter in degerloch.info

Sehr interessant in dem Artikel sind die Stimmen aus Degerloch

* Brigitte Kunath-Scheffold, Bezirksvorsteherin von Degerloch:
„Ich schätze den ehrenamtlichen Einsatz des Vereins zur Erhaltung und Weiternutzung des Garnisonsschützenhauses sehr. Was die Entscheidung für die Zukunft des Gebäudes betrifft, vertraue ich auf den Gemeinderat.“
* Albert Raff, Degerlocher Ortshistoriker:
„Dass das Garnisonsschützenhaus erhalten werden muss, steht für mich außer Frage. In der Angelegenheit müsste die Stadt Stuttgart endlich Flagge zeigen und über ihren eigenen Schatten springen.“
* Beate Schiener, Stadträtin Die Grünen:
„Ich bin gegen einen Verkauf an Privatpersonen. Die Stadt sollte das Gebäude dem Verein ‚Garnisonsschützenhaus – Raum für Stille‘ zuführen, damit es der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Zur Finanzierung könnte die von der Stadt verwaltete Stiftung für erhaltenswerte Gebäude beitragen.“
* Maria Hackl, Stadträtin SPD:
„Ich stehe dem Verein sehr wohlwollend gegenüber. Das Projekt ist aber aufgrund von Denkmalschutz, Landschaftsschutz und Finanzierung hochkomplex. Es gilt, dies mit einem stimmigen Nutzungskonzept in Einklang zu bringen. Auf jeden Fall ist es das Garnisonsschützenhaus wert, dass es erhalten wird.“
* Joachim Rudolf, Stadtrat CDU:
„Ich habe große Wertschätzung für den Verein und seine Initiative und Bemühungen. Ich sehe aber bei der Zielsetzung Probleme aufgrund der Tatsache, dass das Garnisonsschützenhaus verkehrstechnisch nicht angebunden ist.“

 

 

Informationsveranstaltung: Wie geht es weiter mit dem Garnisonsschützenhaus?

GSH-Flyer_170412aktAm 24. April 2017

im Alten Feuerwehrhaus in Heslach, Möhringer Str. 56, 70199 Stuttgart

Beginn: 18: 30 Uhr

Wir wollen über den aktuellen Stand der Diskussion informieren, zwei ganz konkrete Nutzungs-möglichkeiten vorstellen, über den Stand unserer Forschungen zur Geschichte berichten und einen Blick in die Zukunft wagen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

 

Programm

  • Zum aktuellen Entwicklungstand, Reinhard Schmidhäuser
  • Zur Geschichte des Schießplatzes, Bertram Maurer
  • Der Schuppen als Ausstellungsfläche, Maike Sander (meinlebenlang)/ Tina Kammer (InteriorPark)
  • Das Wachhaus als Wald-Kita, Krishna Saraswati / Daniel Fels (Waldorfkinderkrippe Avalon)
  • Der Friedhof als „Park der Stille“, Thomas Schneider Graf

Die Entscheidung liegt beim Gemeinderat (Wolfgang Kress, Süd-Blättle, März 2017)

„Die Entscheidung liegt wieder beim Gemeinderat: Wie geht es weiter mit dem Garnisonsschützenhaus“

Lesen Sie mit freundlicher Genehmigung des Süd-Blättle (Verlag Hans Rigotti) und des Autors Wolfgang Kress den kompletten Artikel als PDF.

Gästeführerinnen informieren sich über das Garnisonsschützenhaus

Foto Christine Lehmann

Zehn Gästeführerinnen der Stuttgart-Marketing haben heute einen Blick in das Garnisonsschützenhaus geworfen und sich über die Geschichte und Zukunft des Geländes informiert. Eine höchst interessierte Gruppe.

Bei etlichen Führungen der Stadt liegt das Garnisonsschützenhaus am Weg und stößt immer auf großes Interesse der Teilnehmer.

 

 

 

Gaststätte „Schießbahn“

Gastronomie auf der Dornhalde von 1897 bis 1962

Aktualisierter Stand unserer Recherchen

  • Das Garnisonsschützenhaus wurde 1893 gebaut. Im Erdgeschoss befand sich eine Kantine. Auf der Ansichtskarte von 1897 steht der Name des ersten Kantinenpächters: Leopold Gruber. Dass er damals Kantinenpächter war, ist auch verbürgt durch einen Prozess, den das evangelische Degerloch mit dem katholischen Gruber um den „Messnerlaib“ führte. Gruber bekam vom Verwaltungsgerichtshof Recht, weil man von einem Katholiken keine evangelische Kirchensteuer verlangen könne.

garnisonsschuetzenhaus2Ansichtskarte vor 1897

  • Ab 1909 (vielleicht aber auch schon früher) übernahm Johannes Marquardt die Kantine. 1908 wurde Degerloch zu Stuttgart eingemeindet. 1909 taucht auch die Dornhalde im Stuttgarter Adressbuch auf.
  • 1921 oder 1922 (1921 gab es kein Adressbuch) übernahm Klemens Schmidt die Kantine für kurze Zeit. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Maria die Kantine.
  • Von 1929 bis 1954 war Gustav Mayer Kantinenwirt. Ab 1948 wird die Kantine als Gaststätte „Schießbahn“ geführt.
  • Nach dem Tod von Gustav Mayer am 15. Juni 1954 übernahm seine Witwe Helene die Gaststätte und führte sie zumindest bis 1962 weiter.
  • In den folgenden Jahren taucht die Gaststätte nicht mehr in den Adressbüchern auf, allerdings erzählen ältere Anwohner, dass auch in den folgenden Jahren das Garnisonsschützenhaus noch gastronomisch genutzt wurde.

Karin Rossnagel und Bertram Maurer

 

Ein weiterer Schritt voran

Am Freitag, 10. März 2017 hat der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen der Stadt Stuttgart sich mit dem Garnisonsschützenhausbefasst.

Die Stuttgarter Zeitung hat am Montag, 13.3.2017 darüber berichtet: StZ2017_03_13

In der Online-Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten erschien am selben Tag ein ähnlicher Artikel.

Broschüre zur Geschichte des Garnisonsschützenhauses

Unser Verein will den historischen Ort des ehemaligen Schießplatzes der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wir haben daher ein besonderes Interesse an seiner Geschichte. Christian Dosch und die Initiative hatte schon vieles recherchiert. Der Verein hat von Beginn an in dieser Richtung weitergearbeitet und jetzt eine 24-seitige Broschüre veröffentlicht.

Sie können die Broschüre für 7 €  plus 2 € Porto bestellen. verein@garnisonsschuetzenhaus.de

Die Broschüre ist kein Resümee, sondern ein Zeichen für das Gewicht, das wir der Geschichte des Orts beimessen. Der Ort hat viele Fassetten. Vieles wissen wir dazu noch nicht. Wir arbeiten weiter.