Biotope

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In der unmittelbaren Umgebung zum Grundstück des Garnisonsschützenhaus befinden sich jeweils drei Wald- und Offenlandbiotope. Biotope sind definiert als abgrenzbare Lebensräume einer Lebensgemeinschaft, die natürlichen (z.B. ein Nadelwald) oder menschlichen Ursprungs (wie z.B. eine Streuobstwiese) sein kann. Sie sind die kleinsten räumlichen Einheiten in der Landschaftsökologie. Die Biotope in der Umgebung des Garnisonsschützenhauses wurden kartiert, in Biotopstypen eingeteilt, nach § 32 NatSchG Ba-Wü als „besonders geschützt” eingestuft und flächig abgegrenzt.

Die drei Offenlandbiotope befinden sich auf dem Gelände des Dornhaldenfriedhofs und sind durch das Amt für Umweltschutz bestimmt worden. Es handelt sich hierbei um zwei kleine Flächen (ca. 0,25 ha), vormalig mit Eichenbestand, und einem Feuchtbiotop (0,09 ha). Der Friedhof wurde 1972 auf einem ehemaligen Militärschießplatz angelegt, die Schießwälle sind überwiegend noch vorhanden. Durch besondere Pflegemaßnahmen wurden dort seltene Arten und bestimmte Lebensräume erhalten, die für das Stuttgarter Stadtgebiet einzigartig sind. Auffallend an den Offenlandbiotopen ist die Erhöhung um 20-40 cm zu den Rasenflächen des Friedhofs. Diese sind eventuell bei der Schießplatzanlegeung und später zusätzlich aufgrund von Bodenabtragungen der Altlasten des ehemaligen Militärschießplatz zustande gekommen. Damit bekommen sie auch eine besondere kulturhistorische Bedeutung, die in unmittelbarer Verbindung zum Garnisonsschützenhaus steht.

Die Waldbiotope befinden sich um die beiden zeitweise wasserführenden Hahnrainklinge und Dornhaldenklinge, sowie um das Naturdenkmal “Teich am Dornhaldenfriedhof” und sind durch das ehemalige Forstamt bestimmt worden. Zwischen den Waldbiotopen mit den Fließgewässern der Waldklingen, dem Feuchtbiotop und dem Teich am Dornhaldenfriedhof besteht ein Biotopverbund, von dem auch besonders geschützte Amphibienarten wie der Feuersalamander und der Bergmolch profitieren. Dem Biotopverbund wird nach § 4 NatSchG Ba-Wü besondere Bedeutung beigemessen. Dieser wird auch in der Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet Waldfriedhof-Dornhalde Rechnung getragen.

Auch von hohem Erholungswert und als Waldbiotop geschützt ist die ganzjährig wasserführende “Schwälblesklinge”, welche süd-östlich vom Waldfriedhof oberhalb des Fritz-Keller-Brunnen entspringt. Diese ist neben ihrer Lage im Landschaftsschutzgebiet zusätzlich als “flächenhaftes Naturdenkmal” (nach § 31 NatSchG Ba-Wü) und als “Waldbiotop” (nach § 32 NatSchG Ba-Wü) unter Schutz gestellt worden.

Die Klingen fließen alle ins Heslacher Tal und sind Zuflüsse des Nesenbachs.

Karte:

Quellen:

  • Kreh, Ulrike (2005): “Naturdenkmale Stuttgart”, Verlag Regionalkultur, Heidelberg
  • Biotopkartierung „Feuchtgebiet Dornhaldenfriedhof“ (Biotopnummer 7220-111-0122)
  • Biotopkartierung „2 Eichengehölze Dornhalden-Friedhof“ (Biotopnummer 7220-111-0121)
  • Persönliche Kommunikation und offizielle Einsicht über das Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart, Untere Naturschutzbehörde
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S21-Bäume

Garnisonsschuetzenhaus-Dornhaldenfriedhof-S21-Baeume_3Jun14_CClausenDie Stadt Stuttgart hat im Jahr 2012 fünf Bäume im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 aus dem Schlossgarten auf das Gelände des Dornhaldenfriedhofs verpflanzen lassen.

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Naturdenkmal „Teich am Dornhaldenfriedhof“

Garnisonsschuetzenhaus-Teich-am-Dornhaldenfriedhof-FND-LSG_28Mai14_CClausen-3Besonderem Schutz als Naturdenkmal nach § 31 NatSchG Ba-Wü unterliegt seit 2003 ein kleiner Teich am Rande des Dornhaldenfriedhof süd-östlich vom Garnisonsschützenhaus. Dieser ca. 40 m lange und 20 m breite Teich hat im Norden eine schöne Verlandungszone mit Schilfrohr und Rohrkolben und ist in der Umgebung zusätzlich als Waldbiotop ausgezeichnet worden. In der näheren Umgebung des Garnisonsschützenhauses liegen die ebenfalls als Waldbiotope geschützten kleinen Bachläufe Hahnklinge, Dornhaldenklinge und Burgstallklinge.

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Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Fritz-Keller-Brünnele

Garnisonsschuetzenhaus-Fritz-Keller-Brunnen-LSG_3Juni14_CClausenDer Gedenkstein von Fritz von Keller wurde am Rande der Schwälblesklinge 1926 vom Verschönerungsverein Stuttgart aufgestellt. Ursprünglich handelte es sich um das Fritz-Keller-Brünnele, jedoch versagte die den Brunnen speisende Quelle wegen der später hangaufwärts errichteten Wohnbebauung. Das Brünnele wurde daher zum Gedenkstein umgewidmet. Der Brunnen bzw. der Gedenkstein erinnert an den Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, der nach dem Tod Heinrich von Fischbachs in den Jahren 1900 bis 1923, also 23 Jahre lang bis zu seinem Tode, dem Verein vorstand. Von Keller war von 1887 bis 1889 Reichtagsabgeordneter. Als er zum Kommandeur der Kgl. Württ. Forst- und Steuerwache ernannt wurde, legte er sein Reichtagsmandat nieder. Seine Berufskarriere beendete er 1920 als Präsident der Württembergischen Forstdirektion.

Wegbeschreibung: Ausgangspunkt ist die Bergstation der Seilbahn, am Waldfriedhof links vorbei, bei der Gärtnerei Haag rechts, erste Abbiegung auf dem Kellerbrunnenweg links.

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Wegbeschreibung zum Fritz-Keller-Brünnele in Stuttgart, Wegemarkierung in Rot (Quelle: OpenStreetMap, Gerd Leibrock)

Quelle: Verschönerungsverein Stuttgart, Stiftung Stuttgarter Brünnele, Wikipedia

Geographischer Lehrpfad Schwälblesklinge

Der Geographische Lehrpfad von Heslach durch die Schwälblesklinge nach Sonnenberg verläuft durch einen repräsentativen Ausschnitt der Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft im Stuttgarter Stadtgebiet. Er wurde von einer Arbeitsgruppe des ehemaligen Instituts für Geographie der Universität Stuttgart entworfen und realisiert. Sein Schwerpunkt liegt auf der Veranschaulichung von Zusammenhängen zwischen verschiedenen landschaftsprägenden Faktoren. Dazu gehören das Gestein, die Oberflächenformen, das Klima, die Gewässer, der Boden, die Vegetation und nicht zuletzt der Mensch, der die Landschaft seit etwa 8000 Jahren zunehmend prägt und umgestaltet. Der Geographische Lehrpfad Schwälblesklinge möchte dem Stadtbewohner einen Einblick in unterschiedliche Mensch-Umwelt-Beziehungen geben und ein Verständnis für die Entstehungsgeschichte dieser Kulturlandschaft wecken. Er besteht aus insgesamt 8 Thementafeln, deren Standorte im Landschaftsmodell eingetragen sind.

Quelle: Uni Stuttgart, Institut für Geographie

Lehrpfad Streuobstwiesen „Kressart“

Im Stadtteil Sonnenberg hat die Stadt Stuttgart einen Streuobst-Lehrpfad angelegt. Die dortigen Streuobstwiesen gehen zurück auf ein Obstgut, das im Gewann Kressart 1923–25 zur Versorgung städtischer Einrichtungen wie Krankenhäuser und Kinderheime angelegt wurde. Entlang des 1,2 km langen Rundwegs stehen 14 Informationstafeln, die anschaulich über die Kulturform Streuobstwiese, Obstbaum-Hochstämme, Tierwelt und Obstverwertung Auskunft geben. Alte Obstsorten und Wildobstbäume können aus nächster Nähe betrachtet werden. Den landschaftlich schön gelegenen Lehrpfad erreicht man von der Haltestelle Sonnenberg (Stadtbahn U5, U6, U8, U12) oder von der Seilbahnstation Waldfriedhof (Linie 20).

Landschaftsschutzgebiet

Garnisonsschuetzenhaus-Schwaelblesklinge-LSG_3Juni14_CClausen-2Das Garnisonsschützenhaus liegt im 149 ha großen Landschaftsschutzgebiet Waldfriedhof-Dornhalde im Naturraum Stuttgarter Bucht auf einer Höhe von ca. 410 m ü. NN. Das von der Geologie des Stuttgarter Keuperstufenrandes geprägte umliegende laubholzreiche Mischwaldgebiet ist seit 1999 geschützt. Es hat eine Filterwirkung für die zum „Stuttgarter Kessel“ fließenden Kaltluftströme (daher auch der Name „Kaltental“) und sorgt durch seine Hanglage für eine fortwährende Frischluftzufuhr. Die unverfüllten und unverbauten Waldklingen sind landschaftstypisch, die kleinen Fließgewässer ermöglichen durchgängige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Landschaftsschutzgebiete sind Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist. Folgende Gründe können dafür z.B. zutreffen: die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, der Schutz von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten, die kulturhistorische Bedeutung der Landschaft oder die Bedeutung für die Erholung. Landschaftsschutzgebiete sind definiert in § 26 Bundesnaturschutzgesetz und in § 29 Naturschutzgesetz Baden-Württemberg.

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Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg